Energieausweis

Der Energieausweis – Ein wichtiges Dokument!

Energieausweis

Der Energieausweis ist ein immobilienspezifisches Dokument, das ähnlich wie die Energieeffizienzklasse bei Elektrogeräten die Heizenergieeffizienz für Gebäude beschreibt.

Hintergrund

Seit mehreren Jahren steigen Energiekosten beispielsweise für Erdgas, Heizöl, Strom und Fernwärme an. Während der Stromverbrauch stark vom Nutzerverhalten und der Energieeffizienz seiner Geräte abhängt, beeinflusst die Effektivität einer Heizungsanlage sowie bauliche Gegebenheiten wie Fenster, Dämmung der Außenwände, Keller- und Dachgeschossdecken den Verbrauch an Heizenergie unmittelbar. Der Energieausweis ist daher die deutschlandweite Umsetzung der von der Europäischen Gemeinschaft beschlossenen Richtlinien zur sogenannten “Energy Performance of Buildings”. Hintergrund ist es, die Heizenergiebedarf transparent zu machen, damit Mieter und Käufer sich einen Eindruck verschaffen können. Durch die gute Transparenz sollen Vermieter/Verkäufer angehalten werden, die Heizenergieeffizienz ihrer Gebäude zu verbessern und so zum Umweltschutz beizutragen.

Verbrauchs- und Bedarfsausweis

Grundsätzlich wird bei Energieausweisen zwischen Verbrauchs- und Bedarfsausweisen unterschieden. Ein Verbrauchsausweis wird unter Zugrundelegung der Heizenergieverbrauchs der letzten drei vollständigen Abrechnungsperioden (die immer 12 Monate umfassen, aber nicht notwendigerweise mit dem Kalenderjahr übereinstimmen) erstellt. Es werden dabei explizit keine Heizkosten, sondern der Verbrauch an Heizmaterial, der preisunabhängig ist, in Ansatz gebracht. Dabei müssen etwaige Leerstände oder die konkreten klimatischen Bedingungen (beispielsweise harter Winter mit monatelangem Frost) rechnerisch berücksichtigt werden. Das Ergebnis ist ein durchschnittlicher Energieverbrauch pro Abrechnungszeitraum, der auf einer Skala von 0 bis mehr als 400 kWh pro Quadratmeter lokalisiert wird, wobei die Skala von Grün (geringer Energieverbrauch) über Gelb (durchschnittlicher Energieverbrauch) bis Rot (hoher Energieverbrauch) reicht. Der Bedarfsausweis hingegen basiert auf detaillierten bauphysikalischen Berechnungen, ohne die durchschnittlichen Verbrauchswerte zu verwenden. Dieser Typ des Energieausweises ist aussagekräftiger, erfordert aber auch wesentlich mehr Recherche (vor Ort) und ist daher teuer. Tendenziell ergeben sich auf dieser Grundlage jedoch oft schlechtere Werte als in der Realität.

Aufbau des Energieausweises

Der Energieausweus besteht aus mehreren Seiten. Das Deckblatt enthält ein Gebäudefoto sowie wichtige Angaben (Baujahr, gesamte Wohnfläche usw.). Dann erfolgt die Einordnung auf der Grün-Rot-Skala, die den Energieverbrauchskennwert (mit oder ohne Warmwasserbereitung über die Heizung) ausweist, wobei eine Vergleichsskala vorhanden ist, die zeigt, welche durchschnittlichen Verbräuche bei Passiv-, Einfamilien-, gedämmten oder ungedämmten Mehrfamilienhäuser usw. typisch sind. Außerdem werden Primär- und Endenergiebedarf sowie die zur Verfügung gestellten Daten auf den nächsten Seiten genannt. Gegen Ende des Ausweises lassen sich in der Regel mögliche Energiesparmaßnahmen ablesen, wobei diese nach Einsparpotenzial und Dringlichkeit eingeordnet werden.

Aussteller des Energieausweises

Zur Ausstellung von Energieausweisen sind mehrere Personengruppen berechtigt, u.a. Absolventen einschlägiger Studiengänge wie (Innen-)Architektur und (Bau-)Physik und Handwerksmeister in einschlägigen Bereichen wie Schornsteinfeger oder Heizungsbauer. Unter bestimmten Umständen sind auch Techniker beispielsweise aus dem Hochbau oder der Gebäudetechnik zur Ausstellung des Energieausweises berechtigt. Wenn es sich um Nichtwohngebäude handelt, dürfen die Ausstellung nur Absolventen mit Hochschulabschlüssen in Architektur, Baustudiengängen, Elektrotechnik und Phyik vornehmen.

Energieausweis onlinePflicht zur Vorlage des Energieausweises

Den wenigsten Mietern/Käufern ist bekannt, dass der Energieausweis bereits Pflicht ist und auf Anforderung vorgelegt werden muss, darum wird der Ausweis derzeit nicht häufig verlangt. Zwar drohen theoretisch teils sehr hohe Geldstrafen, wenn kein Energieausweis vorgelegt werden kann, doch die meisten Vermieter/Verkäufer geben den Ausweis erst in Auftrag, wenn sie konkret danach gefragt werden – und oft nicht einmal dann. Die drohenden Geldbußen scheinen nur wenig Abschreckungseffekt zu haben. Aus diesem Grunde werden sich voraussichtlich in Kürze einige gesetzliche Änderungen ergeben.

Künftige Änderungen

Es ist im Gespräch, die Vorlage eines Energieausweises bei Verkauf oder Vermietung verbindlich vorzuschreiben. Vermieter/Verkäufer sollen außerdem verpflichtet werden, in Immobilienanzeigen den Energiekennwert und den Primärenergiebedarf zu nennen. Diese Regelungen sollen ab dem 7. Januar 2013 in Kraft treten. Ebenfalls zu diesem Zeitpunkt soll eine Kopie des Energieausweises in öffentlichen Gebäuden mit über 500 Quadratmeter Nutzfläche ausgegangen werden müssen – ab 8. Juli 2015 sollen schon öffentliche Gebäude ab 250 Quadratmetern Nutzfläche betroffen sein.

Fazit

Von der Idee her ist der obligatorische Energieausweis ein wirksames Instrument, damit Mieter und Käufer sich für energieeffiziente Immobilien entscheiden können und Besitzer von “Energieverschwendern” einen Anreiz für die energetische Nodernisierung erhalten. Auf dem Markt hat sich der Ausweis jedoch weniger verankert. Für Mieter oder Käufer von Wohnungen macht es daher stets Sinn, sich zusätzlich zum Energieausweis die letzte Nebenkosten- und Heizkostenabrechnung für die Einheit vorlegen zu lassen, zumal wenn die den Ausweis zugrunde liegenden Daten schon mehrere Jahre alt oder vielleicht nicht mehr aktuell sind.

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